07.03.2007: Petition gegen Radwegbenutzungspflicht eingereicht

Unter http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=395 kann bis zum 27.April die Bundestagspetition einer Privatperson zur Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht als Mitzeichner unterstützt werden.


05.12.2005: Neue Aktion gegen Radverkehr: Mahnräder

Polizisten, dümmer als die Polizei erlaubt, treiben sich in Mettmann herum. Mit dem Aufstellen von Mahnrädern und dem Slogan "Vorsicht! Drahteseln kann tödlich sein!" würde, so der
Pressetext , "den Verkehrsteilnehmern eindringlich die Unfallursache mit den schwerwiegendsten Verletzungen für Radler nahe gebracht". Tatsächlich wird natürlich nicht aufgeklärt, sondern Von den wirklichen Gefahren, wie zu hohe KFZ-Geschwindigkeiten und Trennung der Verkehrsarten durch Radwege und Radstreifen, wird abgelenkt.

"Wir hoffen, dass den Radlern und Autofahrern die Gefahren wieder bewusst werden, die beim Zusammentreffen beider Verkehrsarten entstehen"

tagträumt der Polizist Frank Richart. Bewußt Angst erzeugen ist aber genau die falsche Methode, Herr Richart. Denn genau die verleitet Radfahrer, sich selbst in Gefahr zu bringen, z.B. durch zu weit rechts fahren oder benutzen von Geh- und Radwegen. Machen Sie lieber dem Autofahrer bewußt, daß er verantwortungsvoll mit seinem Fahrzeug umgehen soll, mit dem Slogan: "Vorsicht: Auteln kann Menschen töten".


02.12.2005: VG Regensburg entscheidet ohne Beachtung von Gesetz und Referenzurteilen aus dem Bauch heraus

Eindeutiger kann man eignetlich nicht gegen Gesetze verstoßen als bei der Anordnung der Benutzungspflicht für diesen Radweg. Trotzdem entschied das Verwaltungsgericht, die blauen Schilder seien zulässig. Die Kläger warten gepsannt die Urteilsbegründung ab. Artikel in der MZ.


22.10.2005: Rosenheim: Stadt und ADFC erkennen Radweg-Gefahr und handeln: Aufhebung der Radweg-Benutzungspflicht

Die Stadt Rosenheim hebt im gesamten Stadtgebiet einen Grossteil der Benutzungspflicht für Radwege auf. Die Maßnahme wird mit Sicherheit begrüdet. Ein wichtiger Schritt weg von der Terrorisierung des öffentlichen Raums durch Autoverkehr und hin zu mehr Lebensqualität und Sicherheit.

Während andere Kreisverbände (z.B. München) sich nach wie vor "gute Radwege" wünschen und somit die falsche Verkehrspolitik nur noch weiter fördern, geht Rosenheim den richtigen Weg und betreibt echte Radverkehrsförderung. Das Fahrrad ist das für die Stadt am besten geeignete Verkehrsmittel; durch die Aufhebung der Benutzungspflicht wird es wenigstens den motorisierten Verkehrsteilnehmern gleichgestellt.

Mehr dazu beim ADFC Rosenheim


21.04.2005: Frühling! Die alljährlichen Hetzkampagnen gegen Radfahrer geistern wieder durch die Presse

Pünktlich zu Beginn der Nicht-Winter-Radfahrsaison werden von der Presse die alljährlich verbreiteteten Märchen aufgewärmt, die dem Image des Radfahrens und damit letztendlich der Lebensqualität in den Städten schadet (und, so ganz nebenbei bemerkt, den Radfahrern in den anschließenden Wochen einiges an Pöbelei und Nötigungen beschert). So berichtet das Wochenblatt in der Ausgabe 15/2005 im Artikel
Polizei nimmt die Radler ins Visier! :

Auffällig ist der Anteil der Radfahrer bei den Verletzten. Sie stellen 204, also nahezu ein Viertel der Verletzten und gar 44 Prozent der Schwerverletzten, obwohl sie nur sieben Prozent der an Unfallbeteiligten darstellten. Bezeichnend ist, daß die Radler in 59 Prozent der Unfälle die Verursacher waren.

Zu den Verletzten (oder: wie man Radfahren gefährlich redet)

Die Zahlen beziehen sich auf das Stadtgebiet. Natürlich ist bei den geringen Geschwindigkeiten der Autofahrer optimal geschützt. Gleichzeitig ist der Radverkehrsanteil in der Stadt auch relativ hoch. So gesehen ist es erstaunlich, wie es die Autofahrer und Fußgänger in der Stadt schaffen, sich derart oft (56%) so schwer zu verletzen.

Zur Unfallbeteiligung (oder: wie man den meist unschuldigen Radfahren die Schuld unterschiebt)

Der durchschnittliche Wochenblatt-Leser hat nun die Meinung, Radler seien bei 59% der Unfälle schuld. So entsteht das Image vom Radfahrer als Verkehrsrowdy. Einige Leser fühlen sich sogar dazu berufen, die bösen Radfahrer im praktischen Umfeld, je nach Laune auch mit Straftaten, zu erziehen.

Hier die Zahlen ins richtige Verhältnis gesetzt: Radfahrer sind nur an 7% der Unfälle überhaupt beteiligt. Bei 59% von diesen 7% sind sie Verursacher, also nur bei 4% aller Unfälle. Das ist natürlich keine Zahl, mit der das Wochenblatt ihre Leser in den Bann ziehen kann.

Zu den 59%: Auch diese Zahl ist nicht ungewöhnlich. Bei Unfällen zwischen Radfahrern z.B. ist der Verursacher natürlich immer ein Radfahrer, bei Alleinunfällen ebenfalls. In den restlichen Fällen (Fahrrad gegen einen anderen Verkehrsteilnehmer) wären es 50%, wenn die Radfahrer genauso oft Verursacher sind wie die anderen Verkehrsteilnehmer. So gesehen sind 59% ein gutes Zeugnis für Radfahrer.

Dann erkennt der Polizeisprecher noch (ungewollt) die Gefahren von Radwegen:

Die Ursachen sind meist Geisterradler, gefolgt vom Fahren unter Alkoholeinfluss. Unfallschwerpunkt im Stadtgebiet ist der Bereich Nordgaustraße-Frankenstraße-Walhalla-Allee mit 32 Kollisionen. An zweiter Stelle folgt die Südachse mit Friedenstraße-Furtmayrstraße- Galgenbergstraße, wo es 18 Mal krachte.

Geisterradler: Wo bitte, außer auf Radwegen, traut sich ein Radfahrer auf der falschen Straßenseite zu fahren (oder kommt überhaupt auf die Idee)? Radwege fördern unfallverursachendes Fehlverhalten! Die oben genannten Unfallschwerpunkte sind vierspurige Hauptverkehrsachsen mit lückenlosen Radwegen, die den Radfahrer angeblich schützen sollen.

Zusammenfassung: Radfahrer sind bei 4% aller Unfälle im Stadtgebiet Regensburg Verursacher. Straßen mit sogenannten "guten Radwegen" sind Unfallschwerpunkte. Zeitungsartikel dieser Art mindern den Respekt gegenüber Radfahrern (was der Sicherheit bestimmt nicht dienlich ist).

Das Spiel mit den Unfallzahlen wird beim automatischen Schuldzuweiser nochmal erklärt.


06.04.2005: Neuer "Fahrradklimatest 2005" ignoriert erneut Radwegproblematik

Beim neuen
ADFC Klimatest wird, wie beim letzten mal, durch bewußt selektierte Fragen die eigentliche Problematik von Radwegen übergangen. Mit Fragen wie wird der Radweg als selbstverständliche Einrichtung mit drei bis vier möglichen, allenfalls ärgerlichen Mängeln dargestellt. Antwortmöglichkeiten wie existieren nicht. Die Akzeptanz von Radwegen generell wird wieder nicht hinterfragt. Auch ein logischer Zusammenhang zwischen Radwegen und der Frage 19. Bei uns kann man zügig und direkt Rad fahren wird nicht hergestellt. Besonders durch das indirekte Linksabbiegen, zu dem Radfahrer durch Radwege meist gezwungen werden, entstehen erheblich längere Fahrzeiten, die das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel uninteressant machen.

Der ADFC Bundesverband hat sich damit erneut als Interessensvertretung von Freizeitradlern, die für alle "wichtigen" Wege Autos benutzen, offenbart.

Hinweise auf Fehler, tote Links sowie Änderungsvorschläge sind erwünscht.
Kontakt: Markus Sander
PGP-Key